Momente, in denen ich sprachlos bin

Wenn sich jemand in einem öffentlichen Verkehrsmittel über die Universitäten und Studenten echauffiert, lautstark über die angebliche Studierunfähigkeit sowie Dummheit der heutigen Studenten schimpft und über die angebliche Minderwertigkeit der Unterrichtsqualität heutiger Universitäten lästert; wenn diese Person zudem dabei auch noch den Eindruck macht, als hätte sie selber seit Jahrzehnten keinen Fuß mehr in eine Universität gesetzt und sich niemals die Meinung junger Leute angehört. Und das auch noch in einer Studentenstadt in einem Bus voller Studenten. Solche Ignoranz und Arroganz von älteren Generationen ist mir zutiefst zuwider!

Im Auslandssemester in Japan war ich mit Kommilitoninen in einer fremden Stadt. Ich musste zur Bank und wir verabredeten einen Treffpunkt eine Viertelstunde später, um gemeinsam essen zu gehen. Ich fand die Bank nicht und verlief mich. Als ich nach einer Dreiviertelstunde am Treffpunkt ankam, waren beide nicht da. Ich ging zum Restaurant, auf das wir uns geeinigt hatten, und da saßen sie fröhlich plaudernd und schienen sich keinerlei Sorgen um mich gemacht zu haben. Sie waren einfach ohne mich gegangen, ohne mich zu suchen oder mich anzurufen – mich, Frau, allein, in einem fremden Land in einer Großstadt, in der ich mich nicht auskannte. Fast unnötig zu sagen, dass unsere Freundschaft bald darauf zerbrach.

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