Vielversprechende Dinge, aus denen trotz allem nichts wird

Neujahrsvorsätze.

Ein zartes Basilikum-Pflänzchen, das trotz aller Pflege eingeht.

Wenn ich in einem Origami-Buch auf ein Foto von einem tollen Falttierchen stoße, mir die Anleitung genauer ansehe und merke, dass sie ziemlich kompliziert ist und über mehrere Seiten reicht.

Wenn ich mir vornehme, endlich Nähen zu lernen, mich guten Mutes an ein kleines Projekt setze und aus lauter Eintönigkeit und Langeweile nach kurzer Zeit wieder aufgebe. Oder wenn ich von einem Kleid träume, das so nicht existiert oder schwer aufzutreiben oder zu teuer ist und welches ich daher selber nähen müsste, was ich nicht kann.

Ein Kaiser als theoretisches offizielles Staatsoberhaupt Japans, der trotzdem kaum was zu sagen hat und nur als Symbol dient – seit Jahrhunderten (mit kurzer Unterbrechung in der Meiji- und Shôwa-Zeit). Wenn Sei Shônagon das wüsste.

Was mich nachdenklich stimmt

Trump in Amerika. Abe in Japan. Höcke und Petry in Deutschland. Wilders in den Niederlanden. Le Pen in Frankreich. Johnson in Großbritannien. Erdogan in der Türkei. Putin in Russland. Beispiele für Repräsentanten von politischen Entwicklungen, die mir ein flaues Gefühl geben.

Die Twitter-Beiträge von Bana Alabed und ihrer Mutter.

Die Durchführbarkeit meines Vorhabens für die Master-Arbeit.

Momente, in denen ich sprachlos bin

Wenn sich jemand in einem öffentlichen Verkehrsmittel über die Universitäten und Studenten echauffiert, lautstark über die angebliche Studierunfähigkeit sowie Dummheit der heutigen Studenten schimpft und über die angebliche Minderwertigkeit der Unterrichtsqualität heutiger Universitäten lästert; wenn diese Person zudem dabei auch noch den Eindruck macht, als hätte sie selber seit Jahrzehnten keinen Fuß mehr in eine Universität gesetzt und sich niemals die Meinung junger Leute angehört. Und das auch noch in einer Studentenstadt in einem Bus voller Studenten. Solche Ignoranz und Arroganz von älteren Generationen ist mir zutiefst zuwider!

Im Auslandssemester in Japan war ich mit Kommilitoninen in einer fremden Stadt. Ich musste zur Bank und wir verabredeten einen Treffpunkt eine Viertelstunde später, um gemeinsam essen zu gehen. Ich fand die Bank nicht und verlief mich. Als ich nach einer Dreiviertelstunde am Treffpunkt ankam, waren beide nicht da. Ich ging zum Restaurant, auf das wir uns geeinigt hatten, und da saßen sie fröhlich plaudernd und schienen sich keinerlei Sorgen um mich gemacht zu haben. Sie waren einfach ohne mich gegangen, ohne mich zu suchen oder mich anzurufen – mich, Frau, allein, in einem fremden Land in einer Großstadt, in der ich mich nicht auskannte. Fast unnötig zu sagen, dass unsere Freundschaft bald darauf zerbrach.

Dinge, die mich glücklich machen

Prächtig gemusterte oder bedruckte Seiden-Kimono zu betrachten, zu befühlen und sie anzuziehen. Generell alles, was mit Kimono zu tun hat.

Wenn meine Dozentin für klassisches Japanisch, die sehr hohe Ansprüche hat, einen von mir übersetzten Satz gut findet und an meiner Formulierung nichts auszusetzen hat. Ein Hochgefühl!

Eine gute Note für eine Hausarbeit, bei der ich mir viel Mühe gegeben habe.

Japanisches Essen.

Mich mit der japanischen Kultur beschäftigen zu können.